Dieses Interview basiert auf Auszügen
eines fast vierstündigen Gesprächs mit Bundeskanzler Olaf Scholz. Es entstand
im Rahmen des ZEIT-Podcasts “Alles gesagt?” am 30. Januar – einen Tag nach der
historischen Abstimmung im Bundestag, bei der die CDU/CSU einen Antrag erstmals
auch mit Stimmen der AfD durchgesetzt hat. Die Auszüge wurden gekürzt,
redigiert und zum Teil umgestellt, um die Lesbarkeit zu verbessern. Hier geht
es zur Originalaufnahme.
DIE ZEIT: Mit welchen Gedanken
sind Sie gestern Abend ins Bett gegangen?
Olaf Scholz: Ich habe mir natürlich
Gedanken gemacht über den Tag. Das war ein Tag, der mich sehr bedrückt hat. Zum
ersten Mal in der Nachkriegsgeschichte Deutschlands ist ein Antrag mit
der Zustimmung einer extrem rechten Partei zustande gekommen. Und das, obwohl
sich alle demokratischen Parteien geschworen hatten, exakt das nicht geschehen
zu lassen. Auch nicht in der Phase, wo die Regierung, die ich führe, keine
Mehrheit mehr hat. Das war richtig und nicht nur geheim verabredet, sondern
öffentlich gesagt, auch vom Oppositionsführer, Herrn Merz. Er hat sein
Versprechen, dass er den Bürgerinnen und Bürgern gegeben hat, gebrochen. Es ist
nicht immer schön, an einem historischen Moment teilzunehmen, vor allem, wenn
es der falsche ist.















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